Sonntag, 27. März 2016

Freitag, 25. März 2016

Frohe Ostern

wünschen wir allen zu Hause und unterwegs.
Wir verbringen Ostern in Medellin, Kolumbien bei Freunden aus Lindau.
Hier geht es recht katholisch zu und Osterhasen gibt es keine. Logischer weise auch keine Eier zum suchen.


„Oh wie schön ist Panama“

Je nach Alter assoziiert man mit Panama unterschiedliche Bilder, da gibt es die jüngere Generation, die mit der Geschichte von Janosch „Oh wie schön ist Panama“ aufgewachsen ist. Bei ihnen tauchen die Bilder vom kleinen Tiger und vom kleinen Bär auf. Wen wundert es, dass man diese Generation nicht so oft in Panama antrifft. Überhaupt scheint diese Generation die Lust an längeren Reisen verloren zu haben. Zu Hause ist es halt auch schön.
Ja und dann gibt es unsere Generation, die mit den Abenteuergeschichten von Panama aufgewachsen sind. Panama, der Treffpunkt von Staatenlosen, Gesetzlosen und Glücksrittern mit Sonnenbrille und tief in die Stirn gezogenem Panamahut, blitz blank geputzten schwarzen Schuhen und hellem, oft schon abgetragenem Leinenanzug der an der Taille von der Pistole ein wenig ausgebeult ist. Als Jugendlicher war Panama für mich der Inbegriff von Abenteuer und Freiheit, wo die Welt in alle Richtungen offen ist. Hier haben viele Geschichten begonnen oder ihr
jähes Ende gefunden.
Sehr viel haben wir von Panama leider nicht mitbekommen, da wir in Panama vor allem die Verschiffung unseres Autos im Sinn hatten. Dennoch empfand ich Panama und vor allem Panama City als ein echtes zentralamerikanisches Land. Irgendwie wilder und ungezähmter. Wenn wir von unserem Hotelzimmer von oben auf Panama City blicken, wirkt sie wie eine Amerikanische Großstadt. Hochhäuser und die Strassen voller Autos. Wenn man allerdings durch die Stadt läuft, vor allem Nachts, wirkt sie nach meinem Empfinden schon sehr verrucht und düster. Kneipen in die man besser keinen Fuß setzen möchte, Viertel mit dunklen Gassen und Strassen wo wir hinter der nächsten Ecke einen Staatenlosen vermuten, der uns mit seinem ausgebeultem Leinensakko und gezogener Pistole auflauert und unsere Pässe haben will. Wir haben unsere Pässe noch und wir sind wie 99,99% alle anderen Passanten, gerade noch mal mit heiler Haut davon gekommen. Panama ist halt auch nicht mehr dass, was es mal war. Aber spannend waren die nächtlichen Spaziergänge durch die Stadt doch. Spannend war auch der ganze Verschiffungsprozess. 

VerschiffungWarum müsst ihr den das Auto verschiffen, wenn ihr von Nord- nach Südamerika wollt. Über den Panamakanal gibt es doch sicher eine Brücke, wurde ich gelegentlich gefragt. Nun, nicht der Panamakanal ist das Hindernis sondern das Darien Gap, die mit Sumpf und Urwald bedeckte Landenge zwischen Panama und Kolumbien. Hier ist die Panamericana für 70 km unterbrochen und niemand scheint ein Interesse daran zu haben die Lücke zu schliessen.
Die Redereien nutzen diesen Umstand aus und zocken die Leute, die ein Auto verschiffen, schamlos ab. Da unser Auto in einen Container passt sind die Kosten noch erträglich. Verschiffung, Flüge und Hotels schlugen mit 2.500€ zu Buche. Wir haben unseren Container mit einem jungen Kanadier geteilt. Dazu später mehr. Im Grunde ist der Verschiffungsprozess zwar mit  einigen Tagen Lauferei verbunden, aber sonst doch ganz easy. Nervenaufreibend ist eher die ewige Warterei an den verschiedenen „Amtsstuben“ und die widersprüchlichen Informationen. Als Agentin haben wir uns für Tea Kalmbach entschieden. Sie ist Österreicherin, lebte lange Zeit in Panama und jetzt in Buenos Aires. Positiv an Tea ist, sie reagiert auf jedes Mail sofort. Mal beantwortet sie die Fragen auf Deutsch oder Englisch, oder gemischt, gelegentlich mit spanischen Begriffen geschmückt und sorgte so immer wieder für ein wenig Verwirrung. Auch sonst waren ihre Angaben oft nicht allzu genau. Gott sei Dank habe ich die Edda, die mit Tea immer ganz geduldig kommunizierte. Neben Tea´s Verwirrspiel gab es noch verschiedene Blogs von Overlandern die diesen Verschiffungsprozess schon hinter sich haben und sich alle in der Präzision ihrer Prozessbeschreibung übertreffen wollten. Das hört sich dann ungefähr so an. 
Step 14 auf den Parkplatz vom Zollbüro fahren GPS Koordinaten Nxx.xxxxxx Oxx.xxxxx
Step 15 ins Zollbüro gehen (Papiere Pass, KFZ-Schein, Einfuhrdokument, etc) GPS Koordinaten Nxx.xxxxxx Oxx.xxxxx
Step 16 bei der Dame alle Dokumente abgeben und das Formular (Foto dieses Formulars) kontrollieren, ob sie alles richtig ausgefüllt hat. GPS Koordinaten Nxx.xxxxxx Oxx.xxxxx
Step 17 Gebühr bezahlen (auf Quittung bestehen) GPS Koordinaten Nxx.xxxxxx Oxx.xxxxx
Dass geht dann so bis Step 125.
Im Vorfeld, wenn du das liest, denkst du natürlich, schon wegen der ganzen Ortsangaben per GPS-Koordinaten, au backe das gibt wieder eine Lauferei. Aber nein, man kann genau vor dem Zolloffice parken, die Dame am Schalter sagt dir genau welche Dokumente sie benötigt, die Kasse ist nebenan und selbstverständlich bekommst du eine Quittung. Aber trotzdem, danke für die vielen Infos, die den ganzen Verschiffungsprozess nicht unbedingt vereinfachen, aber doch helfen.
Dazu gibt es noch einige Foren, die man zu Rate ziehen kann und das Verwirrspiel nimmt kein Ende. Dazu gibt es noch jede Menge Tipps wie man sein Auto diebstahlsicher machen kann. Weil man sein Auto im Hafen ja samt Schlüssel abgeben muß. Ja, und in solchen Häfen gibt es ja nur Tagdiebe die darauf warten die Autos der Overlander auszuräumen. Da gibt es Tipps, wie man zwischen Wohnraum und Fahrerkabine Wände einbaut, ausgeklügelte Verschließmechanismen, die man schon zu Hause installieren lies und und und. All diese Sicherheits Mechanismen hat unser Auto nicht. Unser Auto ist einfach offen und wegen den vielen Warnungen, waren wir auch ein wenig nervös als wir unser Auto samt Schlüssel am Mittwoch im Hafen in Colon abgaben.
In den nächsten Tagen wurde es zusammen mit dem Auto unseres Kanadischen Verschiffungspartners in einen Container gefahren und auf ein Schiff verladen, dass den Hafen pünktlich am Samstag Richtung Cartagena verlassen hat. Wir sind dann nach Cartagena geflogen. Das Schiff war pünktlich am Montag in Cartagena und wir hätten unser Auto nach der ganzen Zollabwicklung im Hafengelände von Cartagena abholen können. Hätten, wenn unser Kanadischer Freund auch da gewesen wäre. Der Container wird erst geöffnet, wenn alle Fahrzeugbesitzer anwesend sind. Im Gegensatz zu uns hat er die Zeit genutzt um nach Cartagena zu segeln. Und wie es halt manchmal so läuft, hatten sie einen Mastbruch, was die Überfahrt um einige Tage verzögerte. Aber Mittwoch Nachmittag war er da und am Donnerstag konnten wir unsere Autos unversehrt und vollständig aus dem Container fahren. Alle Aufregung umsonst.
Willkommen in Südamerika.
Inspektion bei Interpol, Autos werden vor der Verschiffung geprüft, ob sie Gestohlen sind.

Wir sind als 9. dran. Man muß eine Stunde vor der Inspektion da sein und die Motorhaube öffnen, damit der Motor abkühlen kann, damit der Inspektor die Motornummer prüfen kann.

Wir bekommen die Unbedenklichkeits Bescheinigung 

Warten mit anderen Overlander 

Bezahlen

Abgeben in Colon

Drogenkontrolle

Flug nach Cartagena

Warten in Cartagena

"unser" Schiff ist in Cartagena angekommen

Warten auf unseren Kanadischen Freund 
Nach dem Papierkram können wir unser Autos im Hafen abholen 
Der Container wird geöffnet 



Zwei glückliche Overlander

Nach einer letzten Kontrolle werden wir in die Freiheit entlassen.