Mittwoch, 30. Mai 2018

Woher kommt der Respekt vor der eigenen Scheiße

Sorry, Kacke hört sich auch nicht besser an. Und Stuhl … na ja, irgendwie nicht passend, auch deshalb, weil ich mich schon seit Jahrzehnten über diese Scheiße ärgere. Aber alle, die Scheiße zu ordinär finden, können in Gedanken ja immer Stuhl einsetzen.

Was genau ist am Ergebnis einer Darmentleerung so besonders, dass man sich davor verbeugen muß. Diese Frage stelle ich mir beinahe jeden Tag. Ist es die Farbe, die Konsistenz, der Geruch oder alles zusammen. Oder ist es die letzte Ehrung für das teure, leckere Essen vom Vortag. Vielleicht ist es auch die Wandlung: vom Essen zur Scheiße. Was es auch sein mag, auf jeden Fall muß es eine große Macht sein, die dahinter steckt. Ich tendiere auf einen weltweit agierenden Geheimbund. Auf unseren Reisen rund um den Globus habe ich festgestellt: die meisten Menschen, ich rede hier von Milliarden, huldigen wie wir, ihrer eigene Scheiße, indem sie sich vor ihr verbeugen. Die meisten, so vermute ich mal, tun das nicht freiwillig. Sie werden gezwungen, von einem mächtigen Geheimbund, bestehend aus Bauherren, Architekten und Installateuren. Wie sonst liesse es sich erklären, dass sie die Halterungen für´s Toilettenpapier immer so tief hinter oder neben die Toilettenschüssel anbringen, damit sich die Menschheit nach ihrem Stuhlgang, jedes mal vor ihrer eigenen Sch… verbeugen muß um ans Papier zu kommen.Aber es regt sich Widerstand unter den Scheissern. Immer mehr spülen heimlich die Scheiße weg bevor sie sich bücken um ans Papier zu kommen. Und in Brasilien gehen sie sogar schon so weit, dass sie den Toilettenpapierhalter auf Stehhöhe anbringen, wie ich schon einige male gesehen habe.Wenn wir wieder nach Hause kommen führen wir bei uns brasilianische Sitten ein. Versprochen.


Montag, 2. April 2018

Die Sprungkraft läßt halt nach

und die Knochen werden morscher.
Ganz alleine bin ich am Punta Ballena. Die Touristen, die noch vor zwei Stunden zu hunderten die Landzunge bevölkerten um den Sonnenuntergang zu huldigen, sitzen längst in den schicken Restaurants in Punto del Este zum Abendesse. Ich stehe auf einem niedrigen Mäuerchen, geniesse die dunkle Nacht und die Aussicht auf die beleuchteten Hochhäuser von Punto del Este.  Nachdem ich genug von der Aussicht hatte und mich der starken Wind, der mir um die Ohren pfiff, ausgekühlt hatte. Sprang ich von der kleinen Mauer. D.h. ich wollte springen, aber die Schwerkraft, oder was auch sonst immer, hat meine Füße auf der Mauer festgehalten und ich bin Kopfüber auf den geschotterten Boden geknallt.
Die Folgen waren recht heftig. Beim Aufprall hat mein Auge hell aufgeblitzt und nachdem die erste Benommenheit vorbei war, galt die erste Sorge meiner Brille. Die Sorge war aber unberechtigt. Ausser einem leicht verbogenem Bügel war die Brille OK. Das Horn an meiner Augenbraue drängte ich mit einer kalten Bierdose zurück. Das Auge war so weit ich sehen konnte auch in Ordnung und so lange ich es nicht sehr stark bewegte tat es auch nicht weh. Die Hand fühlte sich an wie leicht verstaucht, aber ich konnte alles bewegen und die Rippen taten mir nur weh wenn ich lachte. Na ja, zum lachen hatte ich im Moment ja gerade nichts. Nachdem ich meine Untersuchung abgeschlossen hatte und dachte, wieder mal Glück gehabt, habe ich das kühle Bier, dass mein Horn erfolgreich zurück gedrängt hatte, getrunken.
Noch bevor ich mein Bier leer getrunken hatte, fing mein Arm an, höllisch weh zu tun.
Nachdem zwei sehr starke Schmerztabletten, die wir für solche Fälle dabei haben, keine Linderung brachten und mich eine leichte Übelkeit befiel, vermutete ich einen Bruch. Scheiß Gegend dafür, dachte ich. Als nächstes habe ich einen Gegenstand gesucht, mit dem ich meinen Arm schienen konnte und bin in meiner Küche fündig geworden. Eine hölzerne Bratschaufel war genau das Richtige. Die schmerzen sind aber geblieben. Ein Besuch im Hospital würde mir wohl nicht erspart bleiben. Meine SIM-Karte war Gott sei Dank mit genügend GB´s aufgeladen und mein Handy hatte guten Empfang, so konnte ich im Internet nach einem Krankenhaus Ausschau halten. Ich wurde auch schnell fündig. Den professionellsten Eindruck machte das British Hospital in Montevideo. Aber bis dahin waren es mindestens zwei Autostunden. Inzwischen war es bei mir zwei Uhr, Zeit für Edda, die ja schon 5 Stunden weiter war, auf zu stehen. Ich habe sie über meine Missgeschick informiert und ihr gesagt in welches Krankenhaus ich fahre.
Das British Hospital unterschied sich von unseren Krankenhäusern in erster Linie dadurch, dass es eher einem Hotel gleicht. Der Ablauf ist dann ein wenig komplizierter aber alles ist sehr professionell. Nachdem am Empfang die Personalien aufgenommen waren, wurde ich zu einer Ärztin gebracht, die dann entschied zu welchem Arzt man in der Notaufnahme mußte. Die Ärztin in der Notaufnahme entschied nach einer eingehenden Untersuchung, dass für mich ein Orthopäde der richtige ist. Der Ordopäde ordnete zuerst ein Röntgenbild an, womit er aber keine eindeutige Diagnose stellen konnte. Ein CT brachte dann die Gewissheit. Eine Kapsel im Handgelenk war gerissen. Über die erforderliche Behandlung war er sich aber nicht sicher, deshalb hat er seinen Chef zu Hause angerufen, es war ja Sonntag und da hatte der Chef keine Lust zu kommen. Ich soll am nächsten Tag wieder kommen. Nach einer Schmerzinfusion wurde ich entlassen. Am nächsten Morgen, ich hatte auf einer wunderschönen Bio-Farm, etwas ausserhalb von Montevideo übernachtet, hatte ich ein kreisrundes Veilchen und aus dem linken Auge quoll Blut. Verdammt, was war den das.
Ohne Frühstück und mit Sonnenbrille bin ich wieder zur Klinik gefahren. Zuerst zum Professor, der sich für einen 4 wöchigen Gips entschied und dann zur Augenärztin. Nach einer langen Untersuchung stellte sie fest, dass ich zwar ein schweres Hämatom habe, aber das Auge unverletzt ist und ich mir keine Sorgen machen muß. Doch noch Glück gehabt.
Das Krankenhaus und die Ärzte und auch das sonstige Personal war sehr Professional und alle sprachen Englisch. Einen kleinen Unterschied gibt es zu unseren Krankenhäusern doch. Bei allem was sie tun, sagen sie einem jeweils was das kostet und fragen, ob sie es tun sollen.
Nach einer Woche ist das Lachen längs wieder zurück gekehrt und auch die Rippen tun beim lachen nicht mehr so weh.
Glück muß man halt haben.

Freitag, 16. März 2018

Jeder könnte eine Geschichte erzählen

...ich habe bloß keine Zeit. :)

Autofriedhof in Uruguay











Fiesta de la Patria Gaucha: Fortsetzung

Tausende Gouchas und Gouchos auf ihren Pferden. Sie kommen aus ganz Uruguay, aus Argentinien und Brasilien nach Tacuarembó angereist. Schon bei der Anreise sehe ich, je näher ich Tacuarembó  komme, immer größere Reitergruppen die zur Fiesta unterwegs sind. Einige haben auch schon ihr Lager aufgeschlagen und am Lagerfeuer brutzelt das Asado. Wer weiß, wie lange sie schon unterwegs sind. Mich beruhigen die campenden Gouchos, weil sie meine Sorgen, zu spät zur Fiesta zu kommen, in Luft auflösen. Ich bin mit Silvia und Randy die ich in Nueva Suizo kennen gelernt habe unterwegs. In Tacuarembó auf dem Festplatz werden wir freundlich aufgenommen. Sofort wird uns ein Platz angeboten wo wir mitten im Geschehen sind. Im laufe der Zeit werden es immer mehr Camper aus Uruguay, Argentinien, Paraguay und Brasilien (wir sind die einzigen Gringos) und schon bald lodern rings um uns Lagerfeuer und die Asados verströmen ihren unwiderstehlichen Duft. Auf dem Festplatz wurden extra Lehmhäuser aufgebaut um die Lebensweise der frühen Gouchos zu demonstrieren. An den Verkaufsständen gab es neben allerlei Krimskrams, auch alles was der Gaucho so braucht zu kaufen. Sporen, Peitsche, Saumzeug, Lasso, Sattel, Messer und, und, und.... Die Gouchos stehen am Tresen, in der einen Hand das Pferd am Zügel und in der anderen Hand das Bier, oder sie trinken ihr Bier gleich im Sattel. Die Damen flanieren hoch zu Roß mit ihren schönen Kleidern, die sie mit ihren Pferden wie eine Einheit aussehen lassen, über den Festplatz. In der Arena zeigen die Gouchos (Frauen, Männer und Kinder), unter lautem Beifall der Zuschauer, wie geschickt sie mit den Pferden umgehen können. Nicht immer geht so ein Ritt auf einem wilden Hengst glimpflich aus. So mancher Reiter humpelt anschließend vom Platz, oder muß mit dem Krankenwagen, der praktischerweise gleich auf den Platz fährt, abtransportiert werden. Ein klasse Erlebnis da mitten drin zu sein.
Der Höhepunkt der Fiesta war natürlich die Parade aber dazu muß ich ja nichts sagen, dass könnt ihr ja im Film sehen. Wir haben mal gezählt. Pro Minute sind ca. 60 Reiter an uns vorbei geritten. Dementsprechend waren es zwischen 5000 und 6000 Reiterinnen und Reiter.

Viel Spaß beim schauen

Samstag, 17. Februar 2018

Allein

„Was machst Du den da drüben ganz allein….“ 
„Hast Du keine Angst….“ 
„Ist das nicht gefährlich…“ 
„Sei ja Vorsichtig…“  
„Pass auf Dich auf…“
„Pass auf Dich auf“
„Pass auf Dich auf…“
„Pass auf Dich auf…“


















„Viel Spass ….“  
Danke, dass auch jemand daran gedacht hat. 

Seit über einer Woche bin ich nun allein in Südamerika Unterwegs. Natürlich passe ich auf mich auf. Wenn ich an eine Kreuzung komme, schaue ich erst nach links und und dann nach rechts und erst wenn die Kreuzung frei ist fahre ich. Wenn ich einkaufen gehe schließe ich das Auto auf dem Parkplatz ab. Fürs erste ist das Vorsichtig genug. Wie ist es mit dem Spass. Na ja, tot gelacht habe ich mich bisher noch nicht. Ich genieße das schöne Wetter und freue mich, wenn mich Fremde wieder anhupen und mit Daumen hoch begrüssen oder wenn sie im Supermarkt ihren eigenen Einkauf vergessen, weil sie mir helfen alles zu finden. Sie sind halt nett, die Gouchos. Alleine war ich bisher noch nicht wirklich. Immer waren an meinen Übernachtungsplätzen schon andere Overlander da. Schweizer, Holländer, Deutsche und Franzosen. Das Allein sein habe ich also noch vor mir, obwohl ich schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen habe. Z.B. wenn man beim Fahren etwas gesehen hat und man nicht sagen kann „Schau mal die Typen da rechts…“ oder wenn Edda nicht die Wasserflasche reicht wenn man durstig ist… Auch die Fragen „Edda wo ist ….“ gehen ins leere. Auf der Anderen Seite sagt mir auch Niemand was und wann ich kochen soll ;). Während das gemeinsame Essen natürlich schöner ist.„Warum fährst du den alleine nach Südamerika“ fragte mich ein Freund. „Edda möchte mal wieder einen Winter in Deutschland verbringen. Ihr fehlen die Jahreszeiten und das Leben in einem richtigen Haus“. Ich liebe mehr die Sonne und das freie Ziegenerleben. Zudem habe ich mir vorgenommenen mehr zu schreiben, aber wie Ihr unschwer sehen könnt, bin ich darin noch nicht sehr weit gekommen. Auch möchte ich mein Spanisch verbessern, aber da geht es mir im Moment wie beim schreiben. 

Samstag, 8. Juli 2017

Die Glückshormone schlagen Purzelbäume

                        

Es war schon spät. „Ich möchte die Nacht nicht auf dem Salzsee verbringen, lass uns an Land fahren. Dort drüben ist ein kleines Dorf.“ Ada machte sich nicht nur um sich selbst Sorgen, sondern auch um ihre 6 jährige Tochter Senta. Wolfgang, Ada´s Mann, folgte mit dem Allradsprinter einer Spur im Salz, die genau in die Richtung des kleinen Dorfes führte. Das besondere Licht und die topfebene weiße Fläche täuscht einen bei der Einschätzung der Entfernung. Der Salar de Uyuni hat immerhin ein Fläche von 10.582 km² und ist 160km lang und 135km breit. Wolfgang wußte um die Gefahren des Salzsees. Insbesondre die Gefahr in eines der „Augen“ des Salzsees zu fahren oder in Ufernähe zu versumpfen. Obwohl das Salz feucht und ein wenig silbrig wurde und es schon zu dämmern begann, war Wolfgang nicht beunruhigt. Er folgte immer noch den gut sichtbaren Autospuren und die Lichter, die in den Fenstern der Häuser gelb leuchteten, wirkten einladend und vermittelten das Gefühl bald in Sicherheit zu sein. Das Ufer schien in greifbarer Nähe. Wolfgang ignorierte die Gefahr im sumpfigen Salz stecken zu bleiben und trat das Gaspedal durch und folgte den Autospuren, die durch eine größere Wasserpfütze führten. Nach 20-30m versanken die Räder im zähen Salzsumpf und der Sprinter bewegte sich keinen Meter weiter. Nachdem der erste Schock überwunden war und die Salzkruste offensichtlich noch so fest war, dass sie ihr dreieinhalb Tonnen schweres Wohnmobil trug, entschlossen sie sich für die Nacht an Ort und Stelle zu bleiben und am nächsten Tag Hilfe zu holen. Wasser und Lebensmittel hatten sie Gott sei Dank genügend an Bord. Am nächsten Morgen machte sich Ada auf den Weg um Hilfe zu organisieren. Wolfgang blieb bei der Tochter. Er war gesundheitlich schwer angeschlagen. Er litt unter einer bösen Darmgeschichte die er sich beim letzten Abendessen in der Garnisonsstadt Uyuni zugezogen hat. Zudem konnte Ada als Kubanerin besser spanisch. Nach über einer Stunde, die sie durch den Salzsumpf stapfte, der sich anfühlte wie flüssiger, zäher Kleber, erreichte sie die kleine Siedlung am Ufer des Salar de Uyuni. Die Leute in der kleinen Siedlung waren aber sehr verschlossen und wollten am liebsten nicht mit ihr reden und schon garnicht waren sie bereit, ihr in irgendeiner weise zu helfen. Ihr war das Verhalten der Einheimischen unerklärlich und so machte sie sich unverrichteter Dinge wieder auf den beschwerlichen Rückweg. Ratlos entschlossen sie sich, es morgen noch einmal zu versuchen. Was allerdings bedeutete, eine weitere Nacht in ihrem Wohnmobil auf der weichen Salzkruste zu verbringen. Sie redeten sich gegenseitig Mut zu, sie wird schon halten. Am nächsten Tag marschierte Ada wieder los, um dann einige Stunden später wieder unverrichteter Dinge zurück zu kehren. Wieder ein Tag ohne Ergebnis und eine ungewisse Nacht. Am dritten Morgen marschiert Ada wieder los, nur um Stunden später physisch und psychisch total am Ende, wieder ohne irgendein Ergebnis zurück zu kehren. Obwohl Wolfgang immer noch schwer mit seiner Darmgeschichte zu kämpfen hatte machte er sich jetzt auf den Weg, weil sie dachten, dass vielleicht die Einheimischen nicht mit einer Frau reden wollten. Um die Peinlichkeit, die das Darmproblem verursachte zu verbergen, als er es zu der kleinen Siedlung geschafft hatte, mußte er sich seine Jacke um die Hüften binden. Als er sich den Häusern näherte wurden die Türen und Fensterläden verschlossen und auch sein klopfen bewegte keinen der Bewohner die Türe zu öffnen. Völlig frustriert und vom Darm gepeinigt schleppte er sich zu ihrem Wohnmobil zurück. Als Ada ihn kommen sah, konnte sie sich nicht mehr zusammen reissen, was sie bisher immer getan hatte um ihrer 6 jährigen Tochter nicht zu zeigen in welcher misslichen, ja gefährlichen Lage sie sich befanden. Sie wurde von Weinkrämpfen geschüttelt. Trotzdem hat sie sich ihre schweren, völlig durchweichten Bergstiefel angezogen und ist wieder los marschiert. In ihrem Gesicht war die Entschlossenheit einer Mutter, deren Kind in Gefahr ist, gezeichnet. Sie würde sich nicht noch einmal abwimmeln lassen, ohne dass sie erfährt, weshalb die Menschen in dem kleinen Dorf so abweisend sind und ihnen nicht helfen wollen. Nach langem insistieren rückt eine ältere Frau mit ihrer Begründung raus. In dieser Gegend sind viele Rauschgiftschmuggler unterwegs, die auch die Route über den Salar nehmen. Und die Dorfbewohner haben Angst, dass auch sie solche Rauschgiftschmuggler sind. Sie haben Angst in dieses gefährliche Geschäft hinein gezogen zu werden, wenn sie ihnen helfen. Davon, dass sie nur harmlose deutsche Touristen sind konnte sie Ada, trotz ihrer Schwüre auf die Muttergottes Maria, nicht überzeugen. Obwohl sie auch an diesem Tag, kurz bevor es dunkel wurde, völlig geschafft und unverrichteter Dinge zu Ihrer Familie zurückkehrte, war sie nicht verzweifelt. Sie wußte jetzt was zu tun war, den auf dem Rückweg hatte sie sich einen Plan ausgedacht, wie sie die Dorfbewohner dazu bringen konnte ihnen zu helfen. Das bedeutete zwar noch eine weitere Nacht auf dem unsicheren Salz aber die Zuversicht kam zurück und sie waren sich sicher, dass sie das Salz noch eine Nacht tragen würde. Am nächsten Morgen hat sich die gesamte Familie auf den Weg zu der kleinen Siedlung gemacht. Und genau wie sich Ada das gedacht hatte, konnte Senta ihre kleine Tochter die Leute überzeugen, dass sie harmlose Touristen waren. Die Leute schickten sie zu ihrem Fahrzeug zurück und versprachen ihnen zur Hilfe zu kommen. Am Nachmittag konnten sie sehen wie von der Siedlung ein Traktor mit mehreren Männern zu ihnen herausfuhr. Doch die Freude währte nur kurz. Während sie dem Traktor betrachteten wie er mit der Hilfsmannschaft näher kamen, mußten sie zusehen wie der Traktor, kaum 100m von ihnen entfern, auch im zähen halbflüssigen Salz stecken blieb.Die Familie konnte es nicht fassen. das durfte einfach nicht war sein. Was hatte sie getan, dass das Schicksal so mit ihnen hadert. Die Männer aus dem Dorf, deren Misstrauen gewichen war, hatten Mitleid und versprachen Hilfe auch wenn das Rettungsmanöver mit dem Traktor misslungen war. Am nächsten Tag, inzwischen steckten sie unglaubliche sieben Tage im Salz fest, kam Hilfe mit großem Bergungsgerät. Eine nahe gelegene Forschungsstation hatte Schichtwechsel und die abgelöste Mannschaft kam mit ihrer Bergungsausrüstung vorbei und befreite sie aus dem Salzsumpf.An diese Geschichte, die uns Ada und Wolfgang erzählten als wir uns in Kolumbien, kurz nachdem wir in Südamerika eingereist waren,  mußte ich denken als wir von der Lagunenroute kommend, auf einem Damm raus zum Salzsee fuhren. An der ersten Abfahrt die ins weiße Nichts führte, fuhr ich vorbei. An der zweiten auch. Erst an der dritten Ausfahrt sagte ich mir jetzt oder nie und lenkte den Hiace entschlossen nach links. Das Salz hält und wir sind drauf. Martin und Miriam folgen uns mit ihrem T3 und auch Gitta läßt sich nicht abhängen und folgt uns. Was jetzt folgt ist unbeschreiblich. Die Glückshormone schlagen beim Anblick der weißen Fläche Purzelbäume und da die Fläche unendlich erscheint, hören die Purzelbäume gar nicht mehr auf. Es ist unbeschreiblich wie es ist auf einer unendlich großen, weißen, glatten Flächen mit dem Auto zu fahren. Wir sind Schlangenlinien gefahren, haben Pierretten gedreht, beschleunigt und gebremst. Wir haben mit unseren Autos auf der weißen Fläche getanzt. Am liebsten würde man das Lenkrad los lassen, nach hinten gehen und Kaffee kochen. Das mit dem Kaffee kochen habe ich natürlich gelassen, nicht nur, weil Edda einen Herzinfarkt bekommen hätte. Aber dass mit dem Lenkrad los lassen konnte ich nicht lassen und unweigerlich fängt man an über selbstfahrende Autos nach zu denken. Jetzt nachdem ich ja schon Profi-Beifahrer bin, kann ich es kaum erwarten bis die Kisten endlich alleine fahren. 

Also, wenn ihr mal in Bolivien seid, laßt euch das Vergnügen über den Salar zu fahren auf keinen Fall entgehen und wer mehr über den Salar de Uyuni wissen möchte, dem empfehle ich den Artikel von Wikipedia.


Die Auffahrt zum Salar.

Nicht überall ist die Salzkruste besonders dick

Irgendwann muß man sich entscheiden den Damm zu verlassen und sich hinaus auf das Salz zu wagen

Freie Fahrt.


Selbst fahrendes Auto













Eine Insel mitten auf dem Salar








Die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sind ein besonderes Erlebnis.






















Ein Hotel, komplett aus Salz gebaut.




Vor einigen Jahren ist hier die Dakar gestartet



Nach dem Salar empfiehlt sich eine intensive Wäsche um das Salz zu entfernen