Dienstag, 30. August 2016

In Cusco hat mich der Inca flach gelegt.


Das Blödeste, was einem passieren kann auf reisen, ist krank zu werden. Trotzdem passiert es. Irgendwann fordert der Inca seinen Tribut. Das rumoren im Unterbauch, begleitet durch Übelkeit sind untrügliche Anzeichen. Glück, wenn man jetzt eine Toilette in der Nähe hat. Noch größeres Glück, wenn eine einigermassen begehbare Toilette in der Nähe ist. Ich hatte ganz großes Glück, denn wir waren auf dem Campingplatz von Cusco und dort gibt es ein gutes Badezimmer. Allerdings schien es, als ob der Inca hier in Cusco von vielen Overlander seinen Tribut forderte. Dadurch kam es immer wieder zu Staus vor der Toilette. Und das ist gar nicht gut, gar nicht gut, weil der Schließmuskel durch die wirkenden inneren Kräfte machtlos ist.
Die verschiedenen Hausmittelchen und Rezepte machen die Runde. Ich greife zur Chemie und lege meinen Darm mit Imodium lahm. Das erspart mir zwar die häufigen Toilettengänge, aber meine Übelkeit und die körperliche Schwäche hält mich im Bett fest. Nach zwei Tagen ohne Nahrungsaufnahme immer noch keine Besserung. Auch Edda’s fürsorgliche Pflege und die Nachfragen unserer Nachbarn und deren guten Genesungswünsche halfen nicht. Lutz, der das schlimmste schon hinter sich hatte, schwört auf Ciprohexal, ein Breitbandantibiotika für Weichteile. Die kann man immer essen, sagt er. Am vierten Tag ohne Besserung lasse ich mich überreden. Edda holt die Dinger in der nächsten Apotheke. Und tatsächlich, die sehen recht verdaulich aus, wie rote Bonbons. Fünf Tage, jeden Tag eine, empfiehlt Lutz. Schon die erste scheint zu wirken. Am Abend kann ich schon wieder für ein, zwei Stunden aufstehen und am nächsten Morgen geht es mir schon beinahe wieder gut. Noch ein wenig schwach auf den Beinen aber gut. Am nächsten Tag, als wir schon wieder durch Cusco laufen, spüre ich die Nebenwirkungen des Antibiotika. Ich spüre meine linke Schulter nicht mehr. Seit sieben Monaten plagt mich das blöde Ding und jetzt auf einmal sind die Schmerzen weg. Wie weggeblasen. Vorsorglich nehme ich die Pillen zwei Tage länger und hoffe auf die nachhaltige Nebenwirkung. 

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