Donnerstag, 21. April 2016

Eingesperrt und eine defekten Wasserpumpe


Rumps und das schwere Eisentor rastet ins Schloss. Wir hören wie zwei mal der Schlüssel im Schloss gedreht wird und uns wird schlagartig bewußt, dass wir eingesperrt sind. Wir sind alleine in der riesigen Halle. Ein kleiner Trost ist, dass ein Teil der Halle nach oben offen ist. Über uns brennt noch ein Licht, dass die Halle in ein diffuses Licht taucht. Ich schreite unser „Gefängnis“ ab. Es ist groß, aber es riecht nach Öl und Farbe und wir sind ein Teil davon. Wir haben einen sternenklaren Himmel, was auf eine kalte Nacht hindeutet. Aber immer noch besser als die Feuchtigkeit von letzter Nacht, wenn es wie aus Kübeln schüttet. Für meine schmerzende Schulter und meine Erkältung ist beides nicht gut.
Seit zwei Tagen sind wir in Bogota, Eigentlich gab es für uns nur einen Grund nach Bogota zu fahren. Unser Hiace sollte mal einen Kundendienst bekommen und in Bogota gibt es eine Werkstatt, die unter den Overlander einen sehr guten Ruf hat. So ein Kundendienst ist ja normalerweise kein großes Ding und normalerweise in einem Tag erledigt. Beim ersten Checkup haben sie aber festgestellt, dass Kühlflüssigkeit fehlt. Eine genauere Untersuchung ergab, dass die Wasserpumpe defekt war. Das Gehäuse hatte Haarrisse. Die Beschaffung einer Neuen war nicht ganz einfach und dauerte. Bei Toyota war nichts zu machen. Die europäischen Modelle haben andere Ersatzteilnummern. Jesus, der Werkstattchef lies sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen.
„Macht Euch keine Sorgen, ich bekomme schon eine Neue. In der Zwischenzeit machen meine Leute den Kundendienst“
Da vorn schon alles abgeschraubt war, habe wir auch gleich den Zahnriemen, den Keilriemen, den Luft- und Kraftstofffilter wechseln lassen, die Teile hatten wir dabei. Neben den Ölen wurde auch noch die Bremsflüssigkeit und das Kühlmittel gewechselt. Und da unsere Reifen, obwohl noch ganz gut, nicht mehr ganz Südamerika durchhalten werden, haben wir uns entschlossen noch einen neuen Satz Reifen aufziehen zu lassen.  Am dritten Tag fiel das schwere Eisentor wieder ins Schloss aber wir saßen im Taxi Richtung Altstadt von Bogota. Die drei Tage in der Werkstatt waren interessant, aber nicht die angenehmsten Tage unserer Reise. Wir wollten unser Auto nicht offen in der Werkstatt stehen lassen und Jesus hat uns angeboten, dass wir im Auto in der Werkstatt übernachten können. Allerdings musste er Nachts die Werkstatt verriegeln, die so jede Nacht zu unserem Gefängnis wurde.



Helmut Tanner
Neu und Alt

Keine Kommentare:

Kommentar posten